Seminarübersicht

Die ersten Schritte von 3D-Druck bis Makerspace als neuer Kundenservice von Bibliotheken

Seminarinhalt

Makerspace bzw. FabLab mit Angeboten wie 3D-Druck etc. sind in der deutschsprachigen Bibliotheksszene seit zwei Jahren als Experimentierfeld in aller Munde. Aufgegriffen wurde diese Bewegung bereits in den Fachzeitschriften wie Bibliotheksdienst (2013) und BuB (2014), auf Konferenzen wie dem Wildauer Bibliothekssymposium (2013), oder als konkrete Angebote in der Kölner Stadtbibliothek und SLUB Dresden. Boten Bibliotheken vereinzelt Mitmach-Veranstaltungen (Spielen, Basteln, Theater, Hausaufgabenunterstützung, Schreibwerkstatt, Repair-Café etc.) vorwiegend für den Nachwuchs als Service an, wird dieser aktive Anteil um einen passionierten und generationenübergreifenden Aspekt ergänzt: dem digitalen Zeitalter zunehmender Displayverflachung stellen u.a. Informationseinrichtungen einen haptisch erlebbaren, dreidimensionalen Kontrastentwurf gegenüber! Für unsere Zunft eine Chance, um neben hochwertigen Informationen zum Konsumieren zusätzlich das Portfolio um frei verfügbare, neue Technologien zu erweitern. Allein oder im Team kann man sich daran ausprobieren, entdecken, kreativ sein, Wissen praktisch begreifen und produzieren. Vielleicht wird eine Bibliothek mit FabLab- oder Makerspace-Angeboten die neue Garage für Start-ups?

Oder um es mit dem hochgeschätzten Goethe zu pointieren, macht Makerspace vielleicht Bibliotheken zu Orte belebender Sinnlichkeit?

Denn wie heisst es in  »Wilhelm Meisters Lehrjahre«:

„Es sind nur wenige, die den Sinn haben und zugleich zur Tat fähig sind. Der Sinn erweitert, aber lähmt; die Tat belebt, aber beschränkt.“

Vielleicht schaffen Informationseinrichtungen diese wünschenswerte Transferleistung. Das eine solche Dienstleistung neben des Einrichtens von Open Hard- und Software vom Personal detaillierte Kenntnisse und Fertigkeiten verlangt, die an die Macher und Do-it-yourself (DIY) Zielgruppe weiterzugeben sind, liegt auf der Hand. Genau an diese Teaching Makerspace-Zielgruppe richtet sich der Workshop.

Hier finden Sie ein gelungenes Beispiel für 3D-Scan, Wildauer Venus vom Dresdener Bildhauer Peter Makolies im Foyer der Hochschulbibliothek: https://icampus.th-wildau.de/multitouch/venus/venus_model.php

Inhalt des Workshops:

Modul 1: Rapid Prototyping  – Aktuelle Möglichkeiten und Grenzen des 3D-Druckes

In diesem Modul wird ein Überblick über aktuelle technische Lösungen für die schnelle Herstellung von Prototypen gegeben. Schwerpunkt liegt dabei auf den verschiedenen 3D-Druckverfahren (bspw. FDM, SLA, MJM etc.). Es werden Vor- und Nachteile der einzelnen Technologien diskutiert, aktuelle Grenzen der Anwendbarkeit aufgezeigt und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungspfade skizziert.

Modul 2: 3D-Druck – Hands on

Dieses Modul dient dem Erlernen des Umgangs mit 3D-Druckern. Anhand des FDM Druckes werden alle wesentlichen Prozessschritte, von CAD-Zeichnung bis zum fertigen 3D-Druck, vermittelt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Erläuterung von Slicing-Software, STL-Analyseverfahren und dem interpretieren von G-Code. Zum Abschluss des Moduls werden alle Teilnehmer ein selbstgewähltes Volumenmodell drucken.

Modul 3: Makerspaces, offene Werkstätten, FabLabs? – Überblick zu DIY Ansätzen

Dieses Modul soll in einem Überblick das breite Feld von Makerspaces, offenen Werkstätten, Hackerspaces, FabLabs und weiteren DIY-Ansätzen vorstellen. Neben aktuellen Entwicklungen wird ein besonderer Schwerpunkt auf der Beantwortung organisatorischer Grundsatzfragen liegen, die bei der Einrichtung eines Makerspaces zu klären sind. Im speziellen wird auf Fragen essentieller Grundausstattung, Arbeitsschutz, Gerätesicherheit, Anforderungen an das bauliche Umfeld und die Organisation und Finanzierung von Makerspaces eingegangen.

Modul 4: Makerspace Essentials – Hands on

In diesem Modul liegt der Fokus auf dem hard- und softwareseitigen Umgang mit Lasercutter, 3D-Scanner und CNC-Fräse. Es wird diskutiert, welche Technik für welche Projekte geeignet ist und die Teilnehmer werden sich mit der Technik detailliert auseinandersetzen. Ziel des Modules ist es, ein vertieftes Verständnis zum Umgang mit innovativer Technik zu erlangen.

Modul 5: Ausblick Open-Hardware mit Arduino und Raspberry Pi

Neben den genannten Technologien soll ein technischer Bastelausblick gewagt werden, der ebenfalls die Angebotspalette von Informationseinrichtungen ergänzen kann.

Seminarleitung

Dr. Frank Seeliger

Leiter der Hochschulbibliothek

frank.seeliger@th-wildau.de

Zielgruppe

Dieser Kurs wendet sich an Bibliothekare und Macher in Kommunen und Hochschulen.

Anmeldung
VeranstaltungsterminDer nächste Termin wird in Kürze hier bekanntgegeben.
VeranstaltungsortTechnische Hochschule Wildau
Campus Hochschulring 1
15745 Wildau
Seminargebühr
*beinhaltet Schulungsgebühr und Verpflegungspauschale
EUR 395